Vorwort

Wenn man irgendwo mit dem Wort ,Kritik‘ konfrontiert wird, sei es z.B. in einer Beziehung, in alltäglichen Gesprächen oder in Beurteilungsbögen, ist sofort dieses unterschwellige, negative Gefühl da.

Viele verbinden Kritik sofort mit etwas schlechtem. Woher genau diese Verknüpfung Kritik gleich negativ kommt, können wir vielleicht aufdecken, wenn wir kurz etwas Licht um dieses Wort schimmern lassen. Daran anknüpfend möchte ich Ihnen den Bezug zu meinem Blog erklären.

Die Philosophin Anne-Barb Hertkorn hat Kritik als „eine Grundfunktion der denkenden Vernunft und wird, sofern sie auf das eigene Denken angewandt wird, ein Wesensmerkmal der auf Gültigkeit Anspruch erhebenden Urteilsbildung“ [1] definiert.

Um uns also ein Urteil bilden zu können, müssen wir etwas BEurteilen können. Das kann eine Handlung, eine aktuelle Lage oder ein Gegenstand sein. Beurteilen können wir nur in dem wir etwas prüfen. Daraus folgt unterscheiden und entscheiden zu können. Stimmt etwas nicht mit dem überein was man uns z.B. durch Worte oder Handlungen vorgibt, müssen wir mit dem Gegenstand unserer Beurteilung (Kritik) etwas kritisch sein. Beispielsweise wenn eine andere Person behauptet, dass man ein rotes T-Shirt trägt, obwohl es blau ist.

Wir müssen kritisieren. Wir beanstanden, bemängeln etwas. Das Gegenstück ist positive Kritik (blau? Blau!)

Kritsch entlehnt sich aus dem französischen critique, das auf das lateinische Wort criticus und altgrichische kritikós (Verb krínein „entscheiden, unterscheiden“) zurückgeht.

Nun, wenn Sie jetzt eine gute Freundin haben, die sich vor einer wichtigen Veranstaltung Ihnen nochmal „präsentiert“ und Sie feststellen, dass die Schuhe überhaupt nicht zum Kleid passen, haben Sie jetzt zwei Möglichkeiten:

1. Sie sind ein typischer Ja-Sager: „Sieht toll aus“, obwohl Sie schon gut abschätzen können, dass Ihre Freundin sich damit lächerlich machen wird.

2. Sie üben Kritik.

Wenn Sie Nummer 2 wählen, haben Sie sicher schon häufiger zu spüren bekommen wie der Gegenüber reagiert. Anfeindungen, Beschuldigungen, Rückzug, Tränen, etc.

Denn wer möchte schon gerne kritisiert werden? Ich glaube das ist der wichtigste Grund, warum die Assoziation Kritik gleich negativ so fest verankert ist. Es ist häufig unangenehm. Oft sogar für beide.

Gab es bei Ihnen in der Situation schon jemanden der auf Ihre Kritik sofort „Danke“ gesagt hat? Herzlichen Glückwunsch!

Die Kritik ist somit „eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, dass Probleme behoben werden können“ [2] und damit kommen wir zum Schluss.

Dieser Blog möchte die Themen der wichtigen Eckpfeiler wie Politik, Wirtschaft, Gesellschaftsnormen etc. kritisch hinterfragen. Der Blog versteht sich nicht als Dauernörgler oder Instrument der Schlechtmacherei,  sondern dient zur Wahrheitsfindung für freie Denker. Denn neuerdings hat man immer mehr das Gefühl, dass durch die klassischen Medien eine BEurteilung vorweggenommen wird, sodass wir nicht mehr selbst prüfen und uns Gedanken machen können. Die Kritik steht schon fest.

Wer hat etwas davon, Meinungen in eine bestimmte Richtung zu lenken? Wem nützt dies?

Lassen Sie uns darüber zusammen kritisch diskutieren!

Willkommen auf meinem Blog

geschrieben von Tobias B. Vogt

______________________

[1] Anne-Barb Hertkorn: Kritik und System. Vergleichende Untersuchungen zu Programm und Durchführung von Kants Konzeption der Philosophie als Wissenschaft. phronesis, München 2009, ISBN 978-3-00-019509-9, S. 32. (eingeschränkte Online-Version in der Google-Buchsuche-USA)

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Kritik

Weiterführende Quelle:

http://www.duden.de/rechtschreibung/Kritik

http://de.wiktionary.org/wiki/kritisch

http://www.business-wissen.de/artikel/kritik-ueben-mit-konstruktiver-kritik-konflikte-vermeiden/

Advertisements